ANTI-AGING-Kongress 2019 Leipzig


Anti-Aging-Verfahren werden immer fortschrittlicher, und das bedeutet für mich als Kosmetikerin neue Herausforderungen und Chancen. Der 5. Anti.-Aging-Kongress in Leipzig am 18.05.2019 hat mir die Möglichkeit geboten, mich im immer wichtiger werdenden Bereich des Anti-Aging fortzubilden und mich mit erfahrenen Profis auszutauschen. Wissenschaftliche Themen wurden fachübergreifend und praxisbezogen von anerkannten Referenten präsentiert.


Im Fokus des 5. Anti-Aging-Kongresses standen die Bereiche Anti-Aging und Dermatologie, Anti-Aging und Wirkstoffe, Effektives Anti-Aging mit Medical-Beauty-Verfahren.


Nachfolgend kurze Rückblicke auf die hochinteressanten Themen:


Bedingt durch eine immer längere Lebenserwartung und einen zeitgleichen jugendlichen Lifestyle bis ins hohe Alter möchten viele den Zeichen der Hautalterung entgegenwirken: Man oder frau wird älter, man oder frau möchte jedoch nicht älter aussehen. Hierbei stehen Maßnahmen im Vordergrund, die nicht invasiv sind und keine Ausfallzeit mit sich bringen. Es wird unterschieden zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Hautalterung.

Unter der intrinsischen Hautalterung versteht man das chronologische Altern, das bestimmt wird von den Hormonen, molekularen Mechanismen und der Genetik.

Die extrinsische Hautalterung wird bestimmt durch die Umwelteinflüsse wie Sonnenstrahlung (UV-Strahlen + Ozon), Verschmutzung (auch Feinstaub), Schlafmangel, Tabak, Temperaturschwankungen, Stress, Ernährung und andere Faktoren.

Die Kosmetik bedient den Wunsch nach einem jugendlichen Aussehen mit effektiven Wirkstoffen, die den Hautalterungszeichen entgegenwirken. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Hautalterung lediglich verzögert und verlangsamt, jedoch nicht aufgehalten werden kann.

Die Bedeutung von Wirkstoffen hat schon Hippokrates von Kos (4. Jh. v.Chr.) erkannt:  „ … um dem Gesicht ein schönes Aussehen zu verleihen, verreibe man die Leber der Eidechse mit Olivenöl und streiche sie mit unverdünntem Wein auf. Zur Glättung der Runzeln verreibe man Molybdän in einem steinernen Mörser, gieße abgestandenes Wasser darüber, forme Kügelchen daraus und lasse sie vor dem Gebrauch in Olivenöl zergehen.“

Nachdem die Kosmetik das Altern nicht aufhalten kann, ist »Anti-Aging« im Grunde der falsche Begriff. Da Kosmetik mit den richtigen und wirksamen Wirkstoffen das Altern »lediglich« verlangsamen kann, wird immer häufiger von »Slow Aging« gesprochen.

Als Fazit bleibt aus diesem interessanten Vortrag festzuhalten: Eine gesunde Ernährung, ein gesunder Lifestyle, eine adäquate Kosmetik mit effektiven Wirkstoffen und ein effektiver Schutz vor Umwelteinflüssen sind die wesentlichen Faktoren, um den Alterungsprozess der Haut zu verlangsamen.

Ich freue mich, dass diese hochwirksamen und neuartigen Wirkstoffe in den von mir verwendeten und angebotenen Pflegeprodukten enthalten sind. Interessant ist, dass Hyaluron-Drinks ganz offensichtlich nicht nur eine Trend-Erscheinung, sondern ein spannendes Thema sind. Frau Dr. Streker hat in einer Studie an der Universität Hamburg festgestellt, dass bei den Personen, die solche Hyaluron-Drinks zu sich genommen haben, Hyaluron verstärkt auch in der Haut nachgewiesen wurde.


HYDRAFACIAL – die Revolution der Hauterneuerung gehört zu den modernsten und schonendsten Behandlungsmethoden, wenn es um nicht invasive Derma-Treatments geht.  HydraFacial ist das ideale Treatment, um die Hautalterung zu verlangsamen. HydraFacial findet im Augenblick sehr viel Zuspruch und hat einen festen Platz in der dermatologischen Ästhetik.

Bei HydraFacial handelt es sich um eine international anerkannte Methode der schonenden Hautabtragung, der bisher nicht gekannten Tiefenreinigung und der Versorgung der Haut mit Wirkstoffen durch die tiefengereinigten Poren.

Was auf dem Anti-Aging-Kongress als modernste und schonendste Behandlungsmethode vorgestellt wurde, biete ich meinen Kundinnen und Kunden in meinem Medical-Beauty-Institut bereits seit vielen Monaten mit sensationellen Ergebnissen an.


Beim Sonnenschutz ohne Nebenwirkungen scheiden sich die Geister. Nahezu ideologische Argumentationen bestimmen u.a. die Diskussionen um den Einsatz mineralischer oder synthetischer UV-Filter sowie von Antioxidantien. Konträre Studien, Meinungen und Konzepte nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Behandlung von Lichtschäden sowie zur Rolle des körperlichen Eigenschutzes verunsichern darüber hinaus Kosmetikerinnen und Verbraucher.

Nicht verkennen darf man, dass Sonnenlicht in moderater Dosierung den Organismus stimuliert. In erhöhter Dosis die Haut vorzeitig altern lässt und in hoher Dosierung Lichtschäden erzeugt. Die Gratwanderung besteht also darin, die gesundheitlichen Wirkungen des Sonnenlichts zu nutzen, vorzeitige Hautalterung zu vermeiden und ernste Hautschäden zu verhindern.

Die UVA-Strahlung (315-380 nm)  dringt bis zur Dermis vor, erzeugt Radikale und schädigt die Kollagenstruktur. Die Hautalterung wird beschleunigt. Das Erythemrisiko ist gering, es besteht jedoch ein ernstzunehmendes Risiko für spezielle Hautkrebsformen infolge der DNA-Schäden.

Die UVB-Strahlung (280-315 nm) gelangt in die Epidermis und ist für den Sonnenbrand (Erythem) und die Erhöhung des Hautkrebsrisikos verantwortlich. UVB induziert aber auch die Bildung von Melanin und damit die Erhöhung der Eigenschutzzeit. Geringe Dosen UVB sind wegen der Bildung von Vitamin D3 für die Gesundheit förderlich.

UVC-Strahlung  (100-280 nm) ist auch im Sonnenlicht enthalten, wird aber bereits in der oberen Atmosphäre absorbiert.

Dr. Lautenschläger gibt folgende Sonnenschutz-Empfehlungen:

  • Kurze Sonnenaufenthalte – nur dosiert, kein Sonnenbaden
  • Textiler Schutz / Sonnenschirm – UV- und IR-Schutz
  • Sonnencremes als reine Schutzmittel – vor der Exposition
  • Maximale Lichtschutzfaktoren wählen – UVI-Index beachten
  • Ganztagesschutz geht am Ziel vorbei – Tagescremes ohne UV-Filter
  • Minimaler Einsatz von Antioxidantien – keine Hemmung der Tyrosinase
  • Pflege des NMF (Aminosäuren) – natürlicher Radical Scavenger

Entscheidend für unsere Gesundheit ist das optimale Zusammenspiel. Denn unsere Darmbakterien produzieren Hormone, Botenstoffe, Eiweiße und Antioxidantien. Sie bestimmen mit, ob wir uns wohl fühlen, ob wir satt oder glücklich sind, ob wir gut schlafen und wie unsere Figur ist. Sie schützen uns vor Toxinen und pathogenen Keimen. Unsere äußere Haut ist vielfältigen Einflüssen wie Sonnenlicht, Hitze, Kälte oder Bakterien ausgesetzt. Ein gesundes Hautmikrobiom ist in der Lage, die Haut zu schützen. Bestimmte Bifidobakterien und Lactobacillen können Entzündungen auf der Haut wirkungsvoll verhindern.

Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in und auf unserem Körper siedeln. Es sind 1.000 verschiedene Arten bekannt und wir haben bis zu 10x mehr Bakterien als Körperzellen.

Was hilft unserem Mikrobiom? Natürliche Nahrungsmittel ohne Konservierung, sehr langsames, genussvolles Essen, Zucker stark reduzieren, wenig Alkohol, potenzielle Reizstoffe und Allergene vermeiden, Stressabbau, bewusster Umgang mit Körperpflegeprodukten, seltener Duschen wegen unserem Hautmikrobiom, keine Cremes mit Mineralöl.


Die ästhetisch-plastische Medizin hat sich aus dem Alterungsprozess entwickelt.

In der ästhetischen Chirurgie kommen der Problemanalyse und Befunddokumentation eine entscheidende Bedeutung zu. Ganz wichtig ist ein ganzheitliches Konzept, welches sogenannte Insellösungen vermeidet. Trotzdem entscheiden sich viele Patienten erst einmal für einen kleineren, lokal begrenzten Eingriff wie z. B. die Blepharoplastik in Kombination mit adjuvanten Therapien. Um einen harmonischen Gesamteindruck zu erhalten, ist jedoch ein kombiniertes Face-Neck- & Stirn-Lift mit Blepharoplastik notwendig.  

Ein ganzheitliches Konzept macht den ästhetisch-plastischen Eingriff weniger erkennbar, als eine Insellösung. Optimal ist ein Eingriff, der korrigiert und nicht unrealistisch verjüngt. Beispiele sind die Lidstraffung, die Korrektur von schwerkraftbedingtem Absinken der Weichteile (besonders im Hals- und Wangenbereich) oder die Ausprägung des Winkels an der Kinnunterseite. Bei ästhetisch-plastischen Eingriffen im Gesichtsbereich sollte nicht vergessen werden, dass Hände und Oberarme oft das wahre Alter verraten und deshalb in einem ganzheitlichen Konzept auch berücksichtigt werden sollten.


Die Lippen und der gesamte periorale Bereich sind durch sich dauernd wiederholende Bewegungen ein sehr beanspruchter Bereich. Diese Gesichtsregion unterliegt dadurch auch einem anderen Anspruch an die eingesetzten Filler, Materialien sowie an die Fähigkeit des Behandlers. Während bei jüngeren Patientinnen häufig die alleinige Behandlung der Lippe vollkommen ausreichend ist, verlangt ein vorgealtertes Gesicht nach Kombinationsbehandlungen und einer Betrachtung des gesamten perioralen Bereichs.

Der Trend geht dahin, dass das Verhältnis von Oberlippe zur Unterlippe 1:1 ist – das heißt, Ober- und Unterlippe haben dasselbe Volumen. Bei als »Schönheit « definierten Stars (wie z. B. Angelina Jolie, Heidi Klum) beträgt das Verhältnis 1:1,3 bzw. 1:1,6.

Bei einer Unterspritzung mit Fillern ist zu beachten, dass die Oberlippe aus 3 Segmenten und die Unterlippe aus 2 Segmenten besteht. Ein Filler, der in ein bestimmtes Segment injiziert wird, verbleibt damit ausschließlich in diesem Segment und er »wandert« nicht in das daneben liegende Segment.

Eine ständige Unterspritzung des Lippenbereichs ist nicht empfehlenswert, da das schwerkraftbedingte Absinken des Wangenbereichs zu einer immer stärkeren Ausprägung der Nasolabial-Falte führt. Abhilfe bringt eine Unterspritzung im oberen Wangenbereich, wobei hier eine Injizierung von 3-5 ml empfohlen wird.

Schöne Lippen sind sehr modern und insbesondere der Bogen in der Mitte der Oberlippe – wegen der Sinnlichkeit der Lippen Amorbogen genannt – soll betont werden.


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